TENS Therapie

TENS ist die Abkürzung für transkutane ( = durch die haut gehende) elektrische Nervenstimulation. Die TENS-Therapie ist eine Therapie zur Schmerzbekämpfung, bei der Nerven elektrisch gereizt werden. Der Strom wird über Hautelektroden verabreicht.
Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass sie äußerst effektiv und dennoch weitgehend nebenwirkungsfrei ist.
Durch die TENS werden bestimmte Nerven gezielt gereizt, sodass der Körper mit der Produktion eines körpereigenen Schmerzmittels reagiert. Diese  im Körper produzierten Substanzen haben eine ähnlich schmerzstillende Wirkung  wie Opium oder Morphium.

Man unterscheidet bei der TENS 2 Behandlungsformen:

Niederfrequente Behandlung:

Bei dieser Form der Schmerztherapie treten mit jedem Impuls Muskelzuckungen auf. Diese Muskelzuckungen stellen einen gewünschten Effekt dar, der zur Ausschüttung von opiumähnlichen Stoffen im Körper führt (Endorphine), die schmerzstillend wirken. Durch die niederfrequente Behandlung kann also ein natürlicher körpereigener Mechanismus angeregt werden, der schmerzhemmend wirkt. Die Endorphine werden erst nach einer gewissen Zeit der Stimulation ausgeschüttet, sodass die Wirkung nicht sofort nach dem Einschalten des Gerätes eintritt. Die Mindestdauer einer Behandlung beträgt 30 Minuten. Je häufiger die Behandlung durchgeführt wird, umso länger wird der Schmerz gelindert. Diese Therapie eignet sich also für chronische Schmerzzustände verschiedenster Art.(z.B. chronische Kreuzschmerzen, Nackenschmerzen, Gelenksschmerzen, ...)

Hochfrequente Behandlung:

Bei dieser Behandlungsform werden Nervenfasern stimuliert, die Reize schnell leiten können. Dadurch tritt bei der hochfrequenten Behandlung die schmerzstillende Wirkung schon nach wenigen Minuten ein. Diese Therapie ist ideal bei akuten, noch nicht lange bestehenden Schmerzzuständen (z.B. Muskelkater, Verspannungen, Migräne, Spannungskopfschmerzen ...)

Bei welchen Schmerzerkrankungen kann durch TENS-Therapie eine Besserung erzielt werden:

  • Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz, Migräne)
  • Nervenschmerzen (Trigeminusneuralgie, Zosterneuralgie)
  • Wirbelsäulenschmerzen (Hals-, Brust-, und Lendenwirbelsäule, Kreuzbeinschmerzen)
  • Armschmerzen (Schultergelenksschmerzen, Ellbogenschmerzen Handschmerzen, Karpaltunnelsyndrom)
  • Beinschmerzen (Hüftschmerzen, Knieschmerzen, Ischiasschmerzen, Unterschenkelschmerzen, Sprunggelenksschmerzen, Fersenschmerzen)
  • Gelenksentzündungen (rheumatoide Arthritis)

Wie lange und wie oft muss ich eine Behandlung durchgeführt werden?

Eine Behandlung dauert je nach Diagnose zwischen 30 und 50  Minuten. Zu Beginn der Therapie sollte täglich behandelt werden. Danach wird das behandlungsfreie Intervall je nach Beschwerden verlängert (1x wöchentlich).

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Grundsätzlich ist die TENS-Therapie eine sehr sichere Form der Schmerztherapie mit einem äußerst geringen Nebenwirkungsrisiko. Eine leichte Rötung in der Behandlungsregion entsteht durch die verbesserte Durchblutung und ist völlig normal. In einigen sehr seltenen Fällen kann die Haut jedoch allergisch auf das Elektrodenmaterial reagieren. In diesem Fall müsste die Behandlung abgebrochen werden. Wenn im Anschluss an die Behandlung eine Schmerzverstärkung eintritt, so ist dies unbedingt dem Arzt mitzuteilen. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine zu intensive Stimulation. Durch geringere Stromstärke bzw. Verminderung der Behandlungsfrequenz kann diese Erscheinung dann vermieden werden.

Wann darf keine Schmerztherapie mit TENS durchgeführt werden?

  • wenn Sie einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektronisches Gerät im Körper haben
  • wenn Sie unter Epilepsie leiden
  • wenn Sie schwanger sind